Was bedeutet denn “manifestieren”? Teil 1

Was bedeutet denn “manifestieren”? Teil 1

2008 habe ich Manifestationstechniken in einem Thetahealing Workshop unterrichtet. Manches war wirklich Wow, anderes frustrierend im Ergebnis. Immer wieder, bis ich dazu nichts mehr sagen wollte. Wir manifestieren ja mehr oder weniger bewusst die ganze Zeit, doch wie viel Kontrolle darüber haben wir dabei wirklich? So einfach, wie es uns oft  versprochen wird, ist es, zumindest in meinem Fall, nicht.

Doch die ehrliche Frage nach deiner Wirkkraft, die führt dich ins Herz und in die Hingabe, woraus manifestieren auf eine ganz neue Art und Weise wieder möglich werden kann. 

 

Unlängst fand ich einen schönen Beitrag zum Manifestieren, den ich euch hier weitergeben möchte, abgeändert bzw. ergänzt, mit freundlicher Genehmigung  vom Autor Goran Ivetic. 

“Ich kann nur das erschaffen, manifestieren, was ich BIN, was meinem Wesen entspricht.

Das Leben lebt sich von innen nach aussen, nicht umgekehrt.

Wenn ich im Inneren eine Opferhaltung lebe oder einnehme, dann kann ich nicht im Aussen eine Schöpferhaltung leben.

Und diese Opferhaltung kommt dann überall zum Vorschein. – Egal wie viel tollen Gemeinschaften oder Praxiswegen ich mich angeschlossen habe.”

 

“Wenn ich dem nachrenne,
von dem ich denke,
dass ich es will,
bestehen meine Tage aus
einer Abfolge von Stress und Sorgen.
Wenn ich an meinem eigenen Ort der Geduld verweile,
dann fließt das,
was ich brauche, zu mir –
und zwar ohne Schmerz.
Daraus schließe ich,
dass das, was ich will, mich auch will.
Es sucht nach mir und zieht mich an.
Darin liegt ein großes Geheimnis
für jeden, der es erkennen kann.”
(Rumi)

 
Unser Leben ist voll von Illusionen und Vorstellungen vom Leben und wie es sein SOLLTE.

(“Wenn ich dem nachrenne, von dem ich denke, dass ich es will” Rumi )

Warum ist das so?  Weil wir alle um eine oder mehrere große Wunde(-n) kreisen. Diese Wunde ist uns teilweise noch etwas zu heiß, zu schmerzlich als dass wir sie sicher fühlen könnten. Ein sicherer Abstand davon, ein Schutz davor ist noch nötig. Letztlich will diese alte Wunde aber unsere ganze liebevolle Aufmerksamkeit zurück. Das Leben wird uns auf sonderbare Weise immer wieder zu ihr zurück führen. Schichtweise können wir uns  sicher genug an sie annähern, ausgestattet mit inneren Ressourcen. (Z.B. mit Hilfe der trauma-sensiblen So-Seins Begleitung)

Diese Illusions Schleier zu lüften und die Zusammenhänge zu erkennen, letztendlich sich selbst (Achtung: Das “Selbst” ist bei uns allen das Gleiche. Es ist also paradoxerweise nichts Persönliches, so wie mensch vom Wort her meinen könnte) ist der Königs*innenweg in unserem Leben. Ich dachte auch mal, ich bin stark, selbstbewusst, habe die Kontrolle, habe die Macht in meinen Händen, bis ich eines Tages des Besseren belehrt wurde. Nämlich, dass wir auf wunderbare Weise absolut nichts unter Kontrolle haben.

Wir sind deswegen nicht weniger wertvoll. Ich liebe und vertraue und hab kein Bedürfnis auch nur irgendwas zu kontrollieren, weil es nichts zu kontrollieren gibt. Aus der Liebe und dem Vertrauen schöpfe ich meine Kraft, egal was kommen mag.

Diese Illusion der Kontrolle kommt aus unserem Ego (aus dem schmerzvermeidenden, verblendetem Ich), dieses will, möchte und wünscht sich ständig was. Nur, das, was wir wollen, weil wir glauben es zu brauchen, und DAS, war wir wirklich brauchen für unsere Entwicklung, klafft oft auseinander. Heißt, unsere  Ersatzbedürfnisse zu befriedigen und dabei unsere wahren Bedürfnisse links liegen zu lassen (also die Wunde ganz in Empfang zu nehmen), erzeugt Stress und irgendwann eine Lebenskrise (Krankheit). Wir bekommen immer das, was wir auf seelischer Ebene schon viel länger so wollen, denke ich.  Das, was uns auf tieferer Ebene gut tut. Manchmal ist das eine Krankheit oder ein narzisstischer Partner.

Egobedürfnisse (z.B. “Besser zu sein als andere!”) sind Scheinbedürfnisse, sie werden uns eingetrichtert, eingeflößt, von der Gesellschaft, von der Werbung, von unserem “mind”, selbst wenn sie kurzfristig gestillt werden, die nächsten kommen schon um die Ecke und dieselben später wieder. Sie kommen von außen, unsere wahren Bedürfnisse von innen, und wenn wir ihnen Gehör schenken, manifestieren sie sich auch.  

(“… und zwar ohne Schmerz.
Daraus schließe ich, dass das, was ich will, mich auch will.”)

 

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2 Kommentare

  1. Lieber Sascha das Wort Fehler im Leben/bei Lebenserfahrungen paßt für mich nicht. Ich bin hier auf Erden um Erfahrungen und Ent-wicklungen zu leben mit allem Drumherum 😉 manchmal erkennt Mann/Frau bei diesen vielen gut gemeinten Worten wie “loslassen” “manifestieren” “visualisieren” u. v. m. gar nicht, daß ich all dies schon in meinem SoSein bin.
    Es ist eine WUNDERvolle, faszinierende Zeit(Qualität), die ich (wir) gerade erleben dürfen.
    Herzensumarmung von der Ilse aus Schrattenbach in Niederösterreich 🤗
    PS: am 22.10. feiern wir im Urhof das neue Dach 🤗 du/ihr seid 💓lichst willkommen 😊

    • Liebe Ilse,

      dein Kommentar hat mich meinen Beitrag jetzt noch dreimal durchlesen lassen, um möglicherweise zu verstehen, was du meinst mit “Fehler”.
      Bisher nicht wirklich erfolgreich, nur eine Vermutung habe ich, woher das Missverständnis kommen könnte.

      Wie auch immer, auch ich meine, nichts ist letztlich ein Fehler auf einer Ebene. Auf einer anderen Ebene dürfen wir Schicht für Schicht immer genauer hinsehen und manches weglassen, was Schmerz erzeugt. Gratuliere zum neuen Dach!

      Herzlich, Sascha

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