Wozu So-Sein Yoga? Für wen?

Wozu So-Sein Yoga? Für wen?

und: Gibt es ein nicht-patriachales Yoga?

Dieser Text ist nur eine philosophische Gebrauchsanweisung. Die Asanas und Atemübungen sind jedoch wichtiger und wären allein durchs Lesen nur dann wirklich wirksam, wenn du sie schon lange praktizierst. Darum besser einfach zum gratis Schnuppern kommen. Trotzdem: Manche lesen gern, schwingen sich erstmal ein, checken ab, bevor sie wirklich in Kontakt gehen bzw. sich auf eine Yoga Einheit einlassen wollen.

Vorneweg: Ja, es gibt nicht-patriachales Yoga, doch ob und wie dir dieses bekommt, das erfährst du wirklich erst im Ausprobieren, nicht im Lesen.

 

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Wir befinden uns wiedereinmal in einer einzigartigen Situation hier in Mitteleuropa. Der materielle Reichtum ist immer noch für sehr viele überbordernd im Vergleich mit den letzten tausenden Jahren, und doch rennen wir hektisch herum wie ruhelose Glücksmaschinen in „Ha(t)monie“ mit unseren Smartphones. Wir wollen einerseits diesen Reichtum irgendwie absichern, sind andererseits kollektiv stark verschuldet (moralisch und finanziell). Viele laufen in einem angstgetriebenen Hamsterrad, entwurzelt von Sinn, Familie und Herkunft. Vielen dämmert allerdings auch…

…,dass kein Wesen und kein Weg besser als ein anderes Wesen oder als ein anderer Weg ist. Und das ist nicht nur eine Ansichtsweise, sondern wirklich erlebbar. Mit all deinen Zellen. Für diese Erfahrung echter Verbundheit möchte ich mit So-Sein Yoga einen Raum schaffen. Dabei handelt es sich nicht um eine einmalige Plateau-Erfahrung, sondern um eine Erfahrung, die sich ständig noch weiter erschließen und klären kann.

Dafür steht am Anfang die Entspannung.

Anhalten, durchatmen und auf diese Weise wohl dosiert ankommen. „Wo und wie lange noch ankommen? „Müssen wir nicht endlich weitermachen und den kollektiven Karren aus dem Dreck ziehen?“*

Ankommen bei sich selbst, sprich in immer tieferen Schichten deiner persönlichen Wahrheit und Schönheit. Wohin führt das? Zu deinen tiefsten Ängsten ? (Psychologie) , ins höhere Selbst? (Was soll das heißen?), ins reinen Bewusstsein ? (also in dieser sehr wachen undefinierbaren inneren „Über-Funkstille“) – Ja genau da überall hin und immer wieder über die definierbaren Begrifflichkeiten hinaus.

 

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So-Sein Yoga ist ein angeleitetes „Zur Ruhe Kommen“. Auf deiner Yogamatte mit Hilfe klassischer Yoga-Asanas. Angelehnt an die ursprünglichen Tradition des Yogas von Patanjali bis zum heutigen Western-Fitness-Style des Yogas. Über Beobachtung des Atems (besser gesagt des jeweiligen Atemflusses in deinem momentanen Körper-Geistgeflecht) ist es möglich, in immer noch tieferen Schichten deines persönlichen momentanen Lebensausdrucks zu tauchen, zu landen und so in wunderschöner Lebendigkeit neu zu erstrahlen. Dazwischen evtl. auch noch ein paar Nebelschichten zu durchkreuzen. Klingt gut, doch ich hab wenig Zeit, wie fang ich an und ist das eh nicht schon wieder eine neue Religion, eine nur kurzfristig schmerzstillende Heilsversprechung?

Nein, keine organisierte Religion, denn wirkliche Re-ligio (Rückverbindung) kannst du dir nur immer wieder neu und allein selbst erfahrbar machen. Doch da es im gemeinsam ausgerichteten Feld leichter ist, nenne ich So-Sein Yoga eine Einladung zur Reisebegleitung ohne Apelle und Abkürzer.

 

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Jede* erfährt seine Reise natürlich anders und ist dabei selbstverantwortlich. Es gibt nur drei allgemeine Anhaltspunkte und Sackgassen, die ich zuerst von Vorgängern kopiert hab und dann auch wirklich für mich selbst rausgefunden hab. Nichts davon ist jedoch in Stein gemeiselt, denn außer dem reinen Bewusstein wandelt sich hier alles und immer fort. Unpackbar und grandios, Worte erfassen es nicht.

 

  • Jedes Praktizieren (egal ob Yoga, Gitarre oder Buchhaltung) ist ein sich Vertiefen und kann nur im Ausprobieren, Irren und doch wieder Weitermachen (das Leben will das so, anscheinend!) wirklich erfahren werden. Persönliches Erfahrungswissen lebt, Faktenwissen ist tot. (kann aber manchmal eine gute Orientierung sein)

 

  • Durch das Praktizieren können einerseits innere Haltungen und Gewohnheiten verstärkt werden, andererseits aber eben auch erkannt und losgelassen werden. Jedes wiederholte Praktizieren ist auch ein Festhalten und Anhalten an Vertrautem (nichts Schlimmes daran). Wenn du dabei immer wieder mal bemerkst, woran du dich anhältst und wovor (oder vor wem) du dich dadurch schützen möchtest, sprich immer mal deine Betrachtungsebene bzw. deinen Fokus wechselst, dann erweitert das Praktizieren-  dein Containing des Lebenstheaters (a) „Das ewige Spiel der Dualität in unendlichen Tonlagen“ auf Teufel komm raus energetisch “dablasen” können,- stärkt deine wache Präsenz (b) und macht es dir auf deine Art möglich deine unglaubliche Lebendigkeit endlich wirklich freizulegen (c), weil sie eben endlich aushaltbar ist und im Folge zu feiern. ….„Ich bin vorranging müde und will nur sterben? Was dann?“.- Sehr gut lass dich ganz drauf ein, und lass dich überrraschen, was innerhalb des So-Sein Yoga Feldes dadurch sich dir offenbart.

 

  • Mentale Sackgassen: So wie in der Ernährungslehre gibt es auch in der östlichen Weisheitslehre widersprüchige Konzepte: Die einen sagen „Gedanken kontrollieren“ (Das ist natürlich nicht möglich), die anderen meinen „Gib dich hin, friss alles, du hast null Kontrolle, denn es gibt dich gar nicht!“. Diese Sackgassen mit Wahrheitsgehalt dürfen aber nicht für sich alleine stehen bleiben, sonst führen sie in die Irre. Diese sprachlichen und teilweise auch verinnerlichten Missverständnisse entstanden meiner Meinung aus drei Gründen:

Erstens: weil schöne Nebenwirkungen durch lange Praxis (quasi ein Endprodukt) und sehnsuchtsvolle Ausgangspunkte und Absichten (quasi ein Wunschtraum) verwechselt wurden. (K.Wilber nennt es die „Prä-“ und „Trans“ Verwechslung) Also ein weises Wort einer in Frieden gekommenen Dualität kann gut und gern bei einem nicht so einsichtsvollem starren Leser dessen Ignoranz nur noch weiter untermauern. Typisch dafür wäre schlauer Neo-Advaita-Talk ohne zugrundeliegender innerer Erfahrung.

Zweitens: wenn die liebevolle herzliche und lebendige Zuwendung verloren ist, dann kann Erfahrung in allgemeinen geschriebenen Worten oft nicht mehr vermittelt werden. Sprache ist hier ein Mittel, keine alleinige mentale Formenwelt für sich.

Und drittens: es menschelt überall. Gurus aller Zeiten „dablasen“ (siehe oben:  Containing des Lebenstheaters) die Schönheit und ihre eigene einhergehende Attraktivität nicht mehr. Bzw. vielleicht sollen auch deren Nachfolger (Sangha) aus ihrer blinder Nachfolge gerissen werden. Die Geschichte ist voll davon. Da wird unterdrückt, gelogen und gebogen, so gut es nur geht. Gerade in den letzten Jahren wurden einige Gurus enthronisiert.

 

 

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*So nun aber zu zwei praktischeren Fragen. Wenns nicht deine Fragen oder Erfahrungen sind, schreib mir / uns doch bitte deine Fragen und Erfahrungen unten im Kommentarteil auf.

Wo und wie lange noch ankommen? Müssen wir nicht endlich weitermachen und den Karren aus dem Dreck ziehen?“ –

Ja, die Welt ist aus dem Lot. Unseren Mitmenschen dienen wir am, indem wir uns aus der eigenen inneren Verstrickung befreien und das wahrhaftige und konstante innere Strahlen des reinen Geistes in uns aufdecken. Die daraus folgenden äußeren Handlungen dienen dem Gemeinwohl am ehesten, sind mannigfaltig, unberechenbar und nicht immer so leicht als „gute Tat“ erkennbar.

 

Abschließend oder falls du den Schluss gern zu Beginn liest: Wie ist das mit dem Sex?

Die Dualität zwischen den Geschlechtern ist eine sehr tiefe, wenn nicht DIE ursprünglichste Dualität schlechthin. Sprich darin liegt am meisten Lebendigkeit. Wer die Dualität und Reibung der Geschlechter und des Geschlechtlichen ablehnt, verneint, austrocknen lässt bzw. fixe, starre Meinungen darüber hat, vermeidet insgeheim einen noch zu großen inneren Schmerz. Das drückt sich auf gesellschaftlicher Ebene auch als Kontrollmacht (Religion, Staat, Eliten) aus. Die letzten 5000 Jahre der westlichen, patriachalen ungleichgewichtigen Verschuldungs-Vision („Zivilisation“ als gezielte Unterdrückung und Trennung) können als Zerstörung des inneren und äußeren Lebens betrachtet werden. Kurz gesagt, mein einziger Ratschlag: Meide auf längere Sicht sex-negative Konzepte, denn sie nehmen dir die Freude am Leben. D.h. Natürlich nicht, dass nicht Phasen der Abstinenz für Einzelnen auf ihrem Weg wirklich sehr hilfreich sein können. Sexuelle Abstinenz ist auch nicht gleichzusetzen der Idee von “Pratyahara” oder des Lebensstils von “Brahmacharya”. Erkennen die Unterschiede zwischen allgemeinen Konzepten und deiner individuellen inneren Führung. Auch wenn dieses sogenannte Individuelle, wenn es erst einmal wirklich authentisch freigelegt ist, für den mentalen Kontrolleur sich als wahllos präsentiert.

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