Warum ich aus Facebook raus bin? – Und: Die So-Sein Alternative dazu.

 

Nun, nach 10 Jahren automatisierter innerer Reaktions-Autobahn namens: „Sags allen weiter, poste es auf Facebook!“ hab ich mir vor ein paar Tagen bewusst den “Stecker raus gezogen” und mein umfangreiches Facebook-Profil (“Ah, du bist der So-Sein Sascha? Ich kenn dich von Facebook?”) deaktiviert.  Ich war in den letzten 10 Jahren immer mal für eine Woche oder länger offline zum Digital Detox, doch dieses völlige Deaktivieren fühlt sich neu an. Ist eindeutig radikaler. Diese Nervenbahn „Jetzt sofort an alle!“ Oder auch: “Was ist denn gerade los da draußen?” funkt natürlich noch gut in mir. Schließlich war das Posten, Kommentieren und Liken ja auch mein beruflicher Werbekanal. Umso besser fühlt es sich jedoch jetzt an, in die Leere dieser ausgetretenen Autobahn zu schauen und somit zurück zu mir und in meine lebendige Umgebung zu fühlen. Ich bin hier mit echten Menschen um mich herum. Die Facebook Gewohnheit (und Sucht !) geht. Und verbunden bleiben wir trotzdem.

Jeder Mensch nährt sich durch soziale Netzwerke, sie sind ein unabdingbarer Boden. Doch das online Surrogat dafür mit dessen schnellen Topaminschleifen („Like“ als Belohnung und gesteuerter Kontrolle: h-ie-r ein guter Tedtalk von Tristan Harris zum Thema) und meiner steigenden Alarmbereitschaft („Hat vielleicht schon jemand reagiert? Muss / Darf ich vielleicht reagiern?) nährt mich aber nicht wirklich, sondern sägt an meinem Wohlbefinden, meinem Getragensein in greifbarerer, ganzheitlich erlebbarer sozialer Wärme. Das von Facebook-Aufmerksamkeit Getriebene in mir, nahm nicht nur ich bei mir immer stärker wahr. Auch einige der Entwickler von Facebook, u.a. der Erfinder des Like-Buttons sind selbst längst nicht mehr auf Facebook. Dazu gibt es viele Berichte, hier nur einer Ex-Facebook-Boss Sean Parker warnt vor sozialen Medien”

 

Für mich war es gar nicht so sehr die Zensur in diesem Netzwerk , das willkürliche Schließen großer Facebook Gruppen und die steigende Kommerzialisierung („oh, ich seh ja hauptsächlich nur noch die Werbung meiner Freunde!“), sondern eine wachsende Sehnsucht nach echter Begegnung, die mich schließlich gänzlich austeigen ließ. Ein größeres Thema, das natürlich auch hier hinein spielt, ist das enorme Datenabsaugen von – und das freiwillige Daten-Füttern dieser gigantischen staatlich-privatwirtschaftlichen Überwachungsmaschinerie. Da braucht es natürlich alternative Browser und das Vermeiden von Google. … auch aktiven Widerstand gegen die Überwachung.

 

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Ich schlage folgendes alternative soziale Netzwerk vor. Nein, nicht Diaspora, denn ich verzichte auf den online Like Button vorerst mal gänzlich. Sondern, ganz etwas anderes (…falls du übrigens nur die So-Sein Neuigkeiten nicht verpassen magst, trag dich bitte einfach in den gratis Newsletter ein! H-ier-r):

 

  So-Sein Council

Ein stiller runder Tisch. Oder auch ein Sitzkreis. Am meisten wird ja ohne Worte oder neben, rundum der Worte kommuniziert. Wenn wir allerdings wirklich nur in Stille sitzen, findet für viele kein spürbarer Austausch statt bzw. verliert man sich schnell im eigenen „Gedankenfilm“, auch wenn natürlich viele Menschen wachsam für die allgemeine Stimmung sind,  wollen wir uns auch gern mit Worten austauschen. Mit Hilfe der Council Methode kann ganz spontan das in Worte gegossen werden, was für die lebendige wache Gruppe gerade relevant ist, sich zeigen darf, aufgeworfen werden kann. Wozu? Damit ein nächster, für alle sinnvoller   „Handlungs- oder Handlungsunterlassungs-Schritt“  hervortritt.

Es geht mir mit So-Sein Council nicht vorrangig darum, so-sein (also „Leerwerden, Entladen, Ganzwerden“) weiterzugeben, so wie ich es mit So-Sein Yoga mache. Es geht mir dabei darum, so-sein greifbar für jeden einzelnen zu machen, indem er/sie „es für sich in die Hand nimmt“ und in sein / ihr persönliches Verständnis gießt. Dafür gebe ich jeden Quellen Anspruch auf. Ich vertraue darauf, dass sich das Nachfragen, das sich vernetzende Interesse auf eine Weise sich ganz von selbst ergibt. Ganz wie es eben durch die gemeinsame Stille und durch die individuellen mitgebrachten Themen / Biografien der Teilnehmer sich immer wieder von  selbst sich zeigt.

 

Das ist im So-Sein Yoga auf sehr subtile Weise nicht anders, denn immer passt sich die Yoga Einheit intuitiv dem kollektiven Gruppenvermögen an. Doch diesmal wird diese kollektive Gruppenintelligenz halt von einzelnen verbalisiert (statt in bekannte Asanas gegossen), und eben auch nicht allein von mir. Interessiert dich das? Aktiv präsent sein, verwoben in einem echten sozialen Netzwerk und doch ohne Erwartung auf gemeinsamen Output sein? Spontan dich der Intelligenz der Gruppe überlassen?

 

Wann? Wie? Was? -Das Format des So-Sein Councils.

Wir treffen uns an unterschiedlichen Termine einmal im Monat von 19:30 bis 21:30, vorerst bei immer anderen privaten Hosts in Wien. Der Kreis ist vorerst offen. Dabei sitzen wir  zuerst in 10-15 Minuten Stille und  kommunizieren dann nach den vier Council Grundsätzen:

1 – mit einem Redegegenstand allein von deiner aktuellen Essenz sprechen. 

2 – nur das sagen, was jetzt für dich relevant ist und vom Herzen kommt. 

3- Zuhören ohne zu urteilen. 

4- alle kommunzieren auf Augenhöhe gleichberechtigt miteinander und sind dabei spontan: Du bereitest also nichts vor, sondern lässt ohne zu Wissen gleichsam „durch dich“ sprechen. So geht es mehr darum, das noch verdeckte Gemeinsame zu versprachlichen als über deine Probleme zu reden. 

 

Auch du kannst gern ein Host werden. Deine Ausgaben werden durch uns alle ausgeglichen. Ansonsten ist das Treffen für alle kostenfrei. Bei Interesse an der Teilnahme und am Hosten, melde dich bei mir. Sascha Tscherni:  sascha@so-sein.at – 0650-7614837

  🙂 Dieser Artikel darf gern auf Facebook geteilt und gelikt werden.  

6 Kommentare

  1. Ich erhoffe mir einieges vom neuen Netzwerk Human Connection: https://human-connection.org
    Gruß,
    Helmut

    • ja, von dem hab ich auch schon viel Gutes gehört.

  2. Lieber Sasha, ich find das einen mutigen und inspirierenden Schritt und wünsch dir gutes Gelingen damit, voralllem in der sicher herausfordernden Übergangsphase! 🙂 Und ein Live-Coumcil ist natürlich immer eine schöne Alternative um sich auszutauschen! Würd auch gern mal dabei sein, aber mal schaun, wann ichs dann wirklich schaff (irgendwie is alles mal wieder recht dicht..) Naja jedenfalls ein schönes reales Beisammen -Sein und alles Liebe***

    • Danke. Die Übergangszeit ist super. Ich hab viel mehr Zeit und Kraft für Lebendiges um mich herum.

  3. Ich liebe es natürlich nach wie vor mich auch online zu verbinden. Vorausgesetzt es gibt keinen Like-Button dabei. LOL

    Eine unglaublich kraftvolle Möglichkeit dazu bietet “Be-the-Change” gemeinsam mit der Pacha Mama Alliance. Wenn du da einen zwei stündigen gratis Online-Kurs machst, weißt du mehr. Ich kann es nur jeden empfehlen: http://www.be-the-change.de

  4. ein schönes video dazu, wo wir gerade stehen:
    https://www.youtube.com/watch?time_continue=218&v=tf9ZhU7zF8s

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