Silent Council

Die Dachorganisation der Kulturwandelwerkstatt und des Sprungbrett Asperns nennt sich United Creationsein Verein zur Vernetzung und Koordination von Initiativen zur Gemeinschaftsbildung -vielleicht manchen eher unter Gemeinschaft Leben <3 bekannt- hält ihre ordentlichen Vereinssitzungen auf eine ganz besondere Art und Weise ab.

 

Etwa die Hälfte ihrer Sitzungen finden in gemeinsamer formloser Stille statt.

Jedes zweite Treffen – es gibt viele – ist ein sogenannter “Silentcircle” in dem auch “aus der inneren Stille heraus” gesprochen wird. Und beim 14 tägigen Visioncouncil (Vorstandssitzng) wird zu ca. 25% geschwiegen. Die restliche Zeit passiert die Kommuniktion via Council, in dem seit vielen Generationen weitergegebenen

Council-Stil des KO-MUNIzierens, wo statt eines gewohnten mentalen Argumente-schlagabtausches reihum vom Herzen gesprochen und zugehört wird. Das Tolle daran ist,

– dass man erstens Zeit hat seine eigene Version der Dinge zu erspüren, weil niemand erwartet, dass du sofort reagierst (der kreisende Redestab oder eine dynamische Inner-Outer Circle Struktur entschleunigt und vertieft die Begegnung)

– dass zweitens niemand seiner persönlichen Erfahrung durch Zwischenrede beraubt  werden muss und darf (so kann die eigene eben Position auch durch Schweigen ausgedrückt werden – und so wird auch der/die bemerkt und wertgeschätzt, die dazu gerade “nichts zu sagen hat”)

– und dass es drittens (aber das musst du erleben!) soetwas wie eine Gruppenweisheit gibt, die viel mehr als die Summe der einzelnen Council-Teilnehmerweisheiten ist. Mit der Zeit schält sich eine einfache Entscheidung oder gemeinsame Übereinkunft, jedenfalls ein Gefühl der Verbundenheit heraus, mit der alle TeilnehmerInnen besser und nachhaltig leben können als vor der Zusammenkunft.

 

Was zwangsläufig passiert, wenn nicht im Kreise aller Beteiligten kommuniziert wird:

  • Solange ich glaube, es reiche aus,  in kleinen vertrauten Gruppen sich über das lästige Andere/Fremde zu verständigen anstatt sich mit dem Anderen in einen Kreis zu setzen, bestärke ich meine trennende Sicht nur wieder aufs Neue und das kann für niemanden der Beteiligten längerfristig erfüllend sein.

  • Solange ich glaube Konflikte lösen sich, indem man ihnen einfach ausweicht (oft genannt als „ihnen keine Energie geben“ in Wirklichkeit aber meistens „viel Energie zum Wegschauen/sich Schließen benötigen“) und diese Konflikte einfach nicht anspricht, sich vielleicht schnell auf ein paar praktische Details beschränkt , wird es bei allen Beteiligten längerfristig auch an Motivation und gegenseitiger Wertschätzung fehlen.

 

 

 

2 Kommentare

  1. Das sollten sie in Brüssel mal ausprobieren. – Der mir allzu bekannte Gegenwind dazu ist dann immer: Gerade nicht so viel Zeit dazu, bremst den Flow, braucht zu viel Setting/Struktur, zuviel Disziplin und Geduld nötig und “lass uns zuerst mal schnell das Praktische besprechen”. Was dabei alles unterm Tisch fällt, steht auf einer anderen Seite. Doch wer einmal Council-Lunte gerochen hat, der kann wohl auch nicht mehr anders….

  2. “We are cultivating intimacy, that’s arising out of difference. This the spark that I would call Love. And it’s what’s carrying us, and what’s warming us up. And it’s the reason why we’re going to win.” ~ Michael Stone
    http://www.youtube.com/watch?v=o2akehtL-Ac&feature=player_embedded

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