über mich

Mag. Sascha Tscherni

(unten dran ist dieser kurze Lebenslauf auch übersetzt in die Sprache der neuen Zeit)

Nachdem ich als Teenager in den Jahren 1988-1992 insgesamt fünfmal österreichischer Nachwuchs-Staatsmeister im Lang- und Mittelstreckenlauf wurde und bei einem Marathon die letzten sieben Kilometer bedeutend schneller als all die Kilometer davor und auch schneller als meine damaligen Konkurrenten lief, hielt ich -endlich im Ziel angekommen- an und kehrte mich von nun an immer mehr der Stille zu. Die damals erstmals entdeckte Oase lebendiger Stille in mir nährt seither mehr und mehr jegliche meiner Kreationen.

Vom Leistungssportler wurde ich beinahe zum buddhistischen Mönch. Viele Jahre lang sollte ich mich nun – nach großen sportlichen, äußerlichen Erfolgen- einer strengen, regelmäßigen spirituellen Praxis verschreiben.  Gleich nach dem Schulabschluss fuhr ich daher erstmals in DAS Land lebendiger Spiritualität (bzw. auch verwirrter Religion), nach Indien. Dort verbrachte ich etwa drei Jahre meines Lebens. – Indien, wo ich immer wieder auf tiefe Inspiration, Verwirrung und neue Klarheit stieß.

Anfang 20 drückte ich mich durch selbstinszenierende Lesungen, Performances (N-Poet Festival London) und zwei Filmproduktionen aus, wobei einer der Kurzfilme auch auf der Viennale 1995 („Die Verrückung„) gezeigt wurde. Doch bald wollte ich einfach nur genauer Hinhören auf das, was mich ausmacht. Weniger goß ich das Mysterium in eine darstellende Form.  Neben sieben jähriger intensiver Vipassana Meditation, wöchentlicher Psychodrama-Gruppenarbeit während meiner drei Jahre in Berlin und dem Treffen mit Advaita Vedanta-Lehrern, vertiefte ich mich von 1993 an ins Hatha-Yoga. 2005 machte ich eine Yogalehrerausbildung in Rishikesh am Fuße des Himalayas. Später habe ich hauptsächlich in Österreich (Institut Schmida) und Griechenland (Sommerakademie Zakynthos und auf Nysiros) Yogastunden gegeben. Seit 2009 veranstalte ich regelmäßig Yogareisen nach Kroatien. Drei Jahre praktizierte ich Thetahealing, eine Energiearbeit. 2008 ließ ich mich sogar zum Thetahealing-Lehrer ausbilden, um zwei Jahre später deutlich erkennen zu müssen, dass Heilung letztlich sekundär ist und eine viel komplexere Gratwanderung zwischen Gnade und Kontrolle ist, als sie üblicherweise angepriesen wird.

Ich konnte mit Thetahealing mir und einigen anderen v.a. bewusstseinbildend helfen, doch blieb ein Rest an Unzufriedenheit in mir.  Im Laufe des Herbstes 2009 sollte ich dann den Weg zurück in die wunderschöne Einfachheit versöhnlicher Begegnungen „wieder“-entdecken. Als Arbeitsweise zusammengefasst wurde das ganze dann unter dem Namen Reference-Point-Therapy (RPT). Mittlerweile kann meine Einzel-Arbeit auch nicht mehr als  RPT bezeichnet werden. Ich nenne sie schlicht und einfach So-Seins Begleitung.

Ich habe ein abgeschlossenes Lehramtsstudium und habe in verschiedenen Ländern und Instituten (u.a. Goethe-Institut Berlin, JNU-New Delhi, Wiener Hochschulkurse) Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Abwechselnd engagiere ich mich in den letzten Jahren projektbezogen nach Außen („Pioneers of Change“) bzw.  lerne innere Schnittstellen zwischen Schamanismus, Tantra und Aufstellungsarbeit kennen. Aus verschiedenen Begegnungen, allerlei Kooperationen, Workshops (eigene und andere) und auch aus Ausbildungen nehme ich Methodisches und Vertiefungen mit für meine Einzelarbeit (So-Seins Begleitung alias „Café Yoga“) mit. Sei es ein längerer Ausbildungszyklus wie BITEP von Christian Meyer, ein gemeinsames Seminar mit meiner Freundin Nicole Chalusch (schichtweise.at) oder auch „nur“ eine Teilnahme bei einer GFK-Einführung etc.

 

Große Dankbarkeit empfinde ich meinen (weltlichen) Lehrerinnen gegenüber: meinen Eltern, meiner Tochter Naima und deren Mutter Sabine Johanna, …schlicht dem Leben gegenüber.

 

*****

Meine Lebenslauf in der „Neuland“ Sprache:

(die Sprache des integrativen Wassermannzeitalters).

Voraus geschickt: Warum hab ich keine Angst diese Art des Lebenslauf öffentlich zu erzählen? – Aus zwei Gründen: Erstens war ich diese Geschichte nie wirklich, bzw. wurde ich diese Geschichte Schicht für Schicht immer weniger (ich entschälte mich ihr und entschäle mich weiter) und zweitens vertieft sich mein Verständnis dafür, was ich wirklich bin, gerade dadurch dass ich diese Geschichte erzähle, mich mit ihr verbinde und sie so ganz freigelegt und losgelöst Schicht für Schicht verabschiede.

Im vertiefenden neuerlichen Reflektieren durchdringe ich meine Geschichte also und verwurzle mich dadurch immer tiefer im  So-Sein. Ja, es gibt Geschichten der Identifikation und Geschichten der Identifikations-lösung. Und einen dritten guten Grund gibt es auch noch dafür, schon heute derart „neuländisch“ zu sprechen: Je mehr Menschen ihre Geschichte auf diese Weise erzählen können (also sich nicht mehr als Opfer äußerer Umstände sehen müssen) und erkennen wer sie wirklich sind, desto freier, verantwortungsvoller, empathischer und friedlicher wird diese Menschheit.

Nun hört! Wie bei vielen Menschen war von Anfang meines Lebens an die Beziehung zu meiner Mutter etwas unterbrochen. Daraus folgte einerseits eine hohe intrinsische Motivation meine Mutter vielleicht doch noch erreichen zu können und ganz geliebt und angenommen zu sein, andererseits entwuchs daraus auch eine Abwehr ihr gegenüber. Eine Abwehr des Lebens, Abwehr der Materie und eine Zuwendung zum Mentalen und zum geistig Spirituellen hinzu. (eine Art verhärmten Transzendenz)

Das passte irgendwie auch gut in die Leistungsgesellschaft, in die ich 1974 geboren wurde. Als erfolgreicher Leistungssportler konnte ich mich doch gut in den Körper zurückholen und sogar energetische Resilienz gegenüber meist angespannten, sehnsuchtsgedrängten Beziehungen aufbauen. Mal positiv resilient, dann wieder nur gut gepanzert. Dann einfach phantastisch abgehoben und ent-täuscht. Mein Vater stärkte mich dabei, mit einem verbissenen Ehrgeiz an das Leben heranzugehen und es zu schmieden. Absolute Autonomie war das Ziel meines isolierten Herzens.  („Manipura Überbelastung“) Mein Vater starb u.a. an gefühlter Ungerechtigkeit schon mit 54 Jahren an Krebs. Da kam bei mir auch noch die Idee von „Nirvana“ (im Decrecendo hieß es später „Erleuchtung“, dann „Aufwachen“, jetzt heißt es nur noch „Lebendigsein“) dazu. Sehnsuchtsvoll folgte ich einer strengen buddhistischen Disziplin, um rauszukommen aus dieser Welt. Ich wurde verkopfter und isolierter, und meditierte sehr viel. Damals lebte ich in Berlin, einer großen Stadt ohne wirklichem Zentrum. Das wütende innere Kind in mir, das sich mit seinem spirituellem Feuer noch mehr destruktive Entkoppelung vom Leben versprach, das drückte sich in rebellischer Kunst aus und vielen einsamen, gesellschaftswiderständigen Reisen. Ich war first austrian naked poet und kannte viele anonyme Öffentlichkeiten. Ich wollte Erdung und wusste nicht genau wie.

Erst ab ca. 34 begann langsam die Versöhnung mit dem Leben, mit dem Weiblichen. Es dämmerte mir, dass ein möglicher Befreiungsweg sich nur dem Leben zuwenden konnte. Dass Leben nicht mehr nur erledigt werden konnte oder sich in Nicht-Dualität parken ließe.

Wenn die Wurzel traumatisiert ist, bleibt als intrinsische Motivation nur ein „vielleicht von Außen doch noch geliebt werden“ (mit verwirrtem Erkennen und Messen dessen), endlich zu sterben oder auch eine Flucht-Ideologie in eine andere, erlöste und bessere Welt. Dann werden vergangene Leben schnell mal magischer als das jetztige Leben. Kreativ genug war mein Kopf dafür. Hinzukommt, dass bei einem Wurzel-Trauma das Vertrauen ins Leben so gering ist, dass die möglichen Reaktionen der Außenwelt ständig wichtiger sind, als das eigene geschockte Bedürfnis. Es ist, als ob man sich in einem fremden Land befände und ständig Gefahr liefe ausgeschlossen zu werden. Ich inszenierte dieses Alienhafte nicht nur in meinen Reisen. Das Stammhirn ist ständig am Abchecken: „Bin ich willkommen oder abgelehnt?“ Das macht übrigens nicht nur gesellschaftsfähig und angepasst, sondern längerfristig auch müde, dumpf und weltabgewandt. Dabei half mir etwas autistischer Narzissmus, spirituelle Arroganz, viel Natur, Sport, sehnsüchtige gesellschaftliche Utopien und natürlich: Yoga.

Durch die Geburt meiner Tochter, durch die Trennung von deren Mutter und auch durch die Trennung von vielen inneren Überzeugungen anhand verschiedener Methoden wie z.B. Tantra oder Aufstellungsarbeit konnte meine Beziehung zum Leben, zur Mutter und zu Frauen über die Jahre etwas weicher werden. Dabei war Meditation und Yoga nicht nur mein Droge oder meine Flucht, sondern eben auch mein Heilraum. Ich danke dem Leben und bestaune es für seine wunderbar genau eingefädelten Umwege hin zur eigentlichen Essenz des Seins.

 

 

Facebook

8 Kommentare

  1. Hallo! Bin auf dich gestoßen bei der Suche nach thetahealinglehrern in Wien. Du bist also nicht ganz zufriedengestellt worden mit th.h.? Auch ich habe mich lange auf dem Yogaweg und Advaita Vedanta zu Hause gefühlt, aber bin immer noch rastlos auf der Suche…
    Vielleicht magst du mir ja mal schreiben, ich würde mich freuen. Wo im Weinviertel bist du denn?
    Alles Liebe
    Brigitte

    • Hi Brigitte,

      ich glaub, das ist die Zeit der großen Integration.
      So viele Richtungen, die uns früher vielleicht widersprüchig erschienen, können sich heute in einem geeigneten Rahmen gut ergänzen.

      Ganz kurz zu meinen Thetahealing Erfahrungen im Nachhinein betrachtet: Es ist wohl allzu menschlich, dass wir unseren noch unbewussten, tatsächlichen, tieferliegenden Schmerzen so kreativ und so lange wie möglich auszuweichen versuchen. So suchen wir auch „unsere spirituellen Wege“ ganz gemäß unseren Mustern (Schmerz-vermeidungs-mustern) aus. Oder, sie suchen uns aus, wie du magst.
      Ja, wir leben ein Leben der geschickten, genialen Schmerzumrundung. Und da manifestiert, kontrolliert und zaubert man natürlich mal genau dann ganz besonders gern, wenn man im Mißtrauen und im Mangel dem Leben gegenüber ist und daher lieber ein „Super-Manifestations-Held“ ist. Bei Thetahealing fliegst du hoch hinaus und orderst dir andere Wahrnehmungen in den Alltag. Und das ist ja wunderbar, denn wenn wir dann bei etwaigen Ent-täuschungen (denn wir sind nun mal angenehmerweise nicht die Super-Kontroller über das Leben) immer noch mit unseren Gefühlen in Kontakt bleiben können , während wir möglichst viele bewusste „Sackgassen“-erfahrungen außerhalb unserer Komfortzone sammeln, werden wir klarer, …schälen wir genau das heraus, worauf wir wirklich vertrauen können. Wir erkennen, was wir wirklich sind, nicht nur jenseits jeglicher Vergänglichkeit, und jeglichem Relativen, sondern auch ganz konkret: Was in diesem Moment sich durch dich hier auf Erden zeigen möchte, kann, darf.

      Solange du bei diesem „Sackgassen“ Spiel auch noch deine Gefühle wahrnehmen kannst, ohne sie für was „Höheres“ oder „Besseres“ wegdrücken zu müssen, glaub ich, bist du noch im grünen Bereich des Spielfeldes.

      Ich bin in der Nähe von Stockerau zu Hause,
      lieben Gruß,
      Sascha

      • Wow, danke Sascha für diese Antwort! Ich bin rein zufällig auf deiner Homepage gelandet und hab auch jetzt nur zufällig dein Kommentar gelesen – und ganz „zufällig“ waren es genau diese Worte, die ich genau jetzt dringend als Erinnerung
        brauchte! Dein Weg ist gesegnet, ich grüße Dich!

  2. Lieber Sascha!

    Bin „zufällig“ auf deine Beiträge gestossen,
    würde mich gerne mit dir austauschen. Das Einfachste ist ja wohl das, worauf wir zuletzt kommen…

    • Lieber Albert „Gipfelstürmer“,

      wenn du magst, lass uns telefonieren. „Zuletzt“ bin ich dann immer wieder auf die stille, alles beinhaltende Präsenz gekommen. Immer wieder tiefer, immer wieder mehr umfassend.

      Allerding: Vieles auf dieser meiner Seite hier gehört inhaltlich abgedated.

      Hab mir gerade deine Seite angesehen.
      Gefällt mir-,

      Auf bald, Kassi-Sascha

  3. Hallo, Sascha!
    Sprichts Du Russisch? Kannst Du annderen Menschen RPT (So-Seins Begleitung) lernen?

    • Hi Raisa,
      ich spreche nicht Russisch, aber es gibt eine RPT-Szene in Russland.
      Schau mal auf Simons Seite http://referencepointtherapy.com/
      So-Seins Begleitung kann ich gern unterrichten. (RPT nicht)
      Ruf mich dazu einfach mal an. 0650-7614837
      Lieben Gruß, Sascha

Kommentar absenden