Stille und So-Sein

Denn allein die innere Stille und alles erstmals „so-sein lassen“ können dir wieder Klarheit für den nächsten Schritt verschaffen. Alles in dir kehrt zurück an seinen Platz und es fällt dir leichter zu entscheiden, auf welche Weise du in jedem Moment neu aufs Leben antworten möchtest.  

 

Stille wird oft als Abwesenheit von Lärm gelesen. Unter „So-Sein“ und v.a. unter „so-sein lassen“ mag vielleicht jemand Gleichgültigkeit verstehen.

– Jedoch: Gerade innere Stille kann sehr Lautes und Lebendiges durchleben. Und auf der anderen Seite bedeutet bewusstes So-sein-lassen und Geschehen-lassen einfach die höchste Aufmerksamkeit für das, was momentan hier ist, ohne Widerstand gegen diesen gegenwärtigen Moment. Widerstandslose entspannte Aufmerksamkeit geht einher mit Vertiefung bzw. Ausdehnung des Bewusstseins. Hinspüren und wirklich da sein, so vielschichtig, bedrohlich bodenlos oder auch fahl-fad und leer das gerade sein mag. So-Sein lassen passiert nicht, wenn du gleichgültig oder zynisch bist. Die beiden Begriffe Stille und So-Sein im Wechselspiel und als Ergänzung zueinander sind ein Versuch,  darauf hinzudeuten, was mit Worten schwer erfassbar ist, jedoch für alle ganz ohne Übung unmittelbar erfahrbar ist und: immer tiefer erfahrbarer sein kann.  –  H-i-e-r geht es zu einem vertiefenden Artikel zum Thema.

 

 

Hat das was mit „Eins-sein“ zu tun ? Und was ist dann mit der Dualität ?

Unter So-Sein verstehe ich den Fokus auf das uns durchdringende Bewusstsein, das unabhängig von den Inhalten und Geschichten deiner persönlichen Wahrnehmung immer gleich ungetrübt, neutral, unendlich weit und vollständig ist. Dieses So-Sein kann jederzeit von jede*r/m anfokussiert werden, egal ob „erwacht“ oder „nicht erwacht“.

Dieses So-Sein kann Schritt für Schritt durch dein persönliches Herz, durch deine einzigartige Lebensgeschichte vollständig auf der Bühne deines Lebens, und nur dort entfaltet werden. Dann ist Einssein nicht mehr wert als Getrenntheit.

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“Wenn das So-SEIN unbewusst eingeführt wird und als Mittel oder Trick des Denkens verwendet wird, um sich von irgendeinem menschlichen Gefühl zu distanzieren oder es zu vermeiden, dann wird Wahrheit zur Lüge. Dann stärkt die spirituelle Arbeit Trennung, Körperlosigkeit, Verwirrung, obwohl sie oft mit gutem Vorsatz vermittelt wird.

Wenn das So-SEIN aber eingeführt wird als eine Einladung jeden unbewussten Fleck in dir zu erforschen, den wir eigentlich hoffnungslos verstecken wollen, dann integriert das Bewusstsein mit der Zeit alle unbewussten Inhalte. Dann verkörpern wir alles. Dann wird das Sein als das Fundament erkannt und gewertschätzt, von dem alle menschlichen Erfahrungen kommen und wieder gehen. Wenn du fest verwurzelt bist mit diesem Fundament des SEINS, dann verändert dich dein Leben schrittweise von Trennung zur All-eingeschlossenheit.

Das ist das Ende der Trennung zwischen ´weltlich´ und´spirituell´.”

(zitiert nach Florian Schlosser)

 

3 Kommentare

  1. Lieber Sascha,
    es freut mich immer wieder sehr, deine Texte zu lesen und deinem Schreiben nachzuspüren. Dir gelingt es unglaublich gut Buchstaben in Sinn zu tauchen – und die Konzentration auf das Wesentliche, das Nichts-Tun und So-Sein begreiflich zu machen. Ich habe den Eindruck, dass meine Texte aus einem ähnlichen Ort kommen, wie deine.
    In Verbundenheit,
    Markus

    • Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Vielleicht ist es so, dass wenn wir versuchen mit unseren Worten auf tiefere Schichten des Seins hinzudeuten, auf Schichten, die wir immer wieder auch wirklich wahrnehmen und erleben können, dass wir dann automatisch immer mehr von ähnlichen Orten her schreiben.

      Denn die Aufsplitterung in verschiedene Orte, in verschiedene Erfahrungswelten, in ganz verschiedene individuelle Wellen, das ist eben die wunderbare Welt der Meeresoberfläche und der Dualität. Sie ist Ausdruck der tieferen Einheit. Ohne diese wunderbare vielschichtige Oberfläche könnte die Einheit nie sichtbar werden.
      – Das wäre ja wie ein riesiges Meer ohne Oberfläche…unmöglich.

      Größte Inspirationsquelle auf dieser, teilweise eben auch verbalen, Reise nach Innen und in die tieferen Schichten des Seins ist für mich der Arunachala, mit all den Wesen die er angezogen hat. Das ist ein nur 900m hoher Berg in Südindien.
      In Dankbarkeit dafür, dass wir es (auf)lesen dürfen.

      Sascha

  2. „Dein Denken ist kein Objekt, sondern eine Aktivität. Stoppe diese Aktivität!“
    Initiation von Patanjali

    Erklärungen dazu von Nityananda
    https://www.youtube.com/watch?v=nK-Pn1zIwxY&list=PLPuYU12YRPyB91APqgwBZajuWdSysAFtN&index=3

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